Aus der Presse

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2019-07-16

2019-07-16 Toronto: In einem Tweet vom 1. Juli weist Bruce Schaller auf eine Studie der kanadischen Stadt Toronto und dem “Big Data Innovation Team” unter Mitwirkung des Forschungsinstitutes der Universität Toronto für Verkehrswesen hin, die anhand detaillierter Fahrtdaten von lizensierten PTCs (Private Transportation Companies) über einen Zeitraum vom September ’16 bis September ’18 erhoben wurde. Sie fördert u.a. zutage, daß die Zahl der “gepoolten” Fahrten besonders in den Randgebieten der Stadt nachgefragt wurde, bzw. kontinuierlich allgemein über den beforschten Zeitraum gewachsen sei, insgesamt aber bei 26% der gesamt nachgefragten Fahrten liege.  Ferner würden dennoch 82% dieser Fahrten durchgeführt, ohne daß Mitfahrer und zusätzliche Fahrgäste zusammenkommen würden. Er interpretiert dies als Bestätigung für seine Arbeitsthese, daß die Nachfrage des “poolings” in den U.S. und Kolonien im Moment bei allgemeinen, mageren 25% liegt. Wie lange würde es also beim aktuellen Stand dauern, bis Konzerne ihr Budget zur Subventionierung des Preisdumpings aufgebraucht haben und die Kommunen mit ihren naiven Ambitionen im Regen stehen lassen? Oder schaffen sie es, sich frisches Notenbankgeld von der EZB zu beschaffen? Oder sieht sich das abtrünnige Staatspersonal korruptiv genötigt,  Steuersubventionen durchzuwinken? Im Falle des Moia-“Experimentes” in Hamburg werden zur wissenschaftlichen Begleitung  zwei Fakultäten aufgerufen: Jeweils ein Wissenschaftler der Universität der Bundeswehr München sowie des Pendants des MIT, Karlsruhe Institute of Technology. Sind die etwa sakrosankt, wenn es um Bezahlurteile geht? Norbert Häring, Wirtschaftswissenschafts-Redakteur beim “Handelsblatt” hatte bereits Ende 2017 darauf hingewiesen, wie das in den U.S. via “Uber” abgelaufen ist. Der aktuelle Stunt der Automobilindustrie hat vergleichbare Züge – The Transportation Impacts of Vehicle-for-Hire in the City of Toronto (englisch, City of Toronto/Big Data Innovation Team, “Die Auswirkungen des Mietwagens in der Stadt Toronto auf den Transport”, 22. Juni)

2019-07-15 Berlin: Carl Waßmuth ist Bauingenieur. Und Vorstandsmitglied des Vereins Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB). Ein Verein, dessen Arbeit wir, sowie bereits diejenige des Berliner Wassertisches, außerordentlich schätzen. Wenngleich er in seiner Aufzählung der schädlichen Verkehre auch die tausenden Flugzeuge, die allmonatlich über die Dächer Berlins rauschen, schlicht vergessen zu haben scheint, so hat er doch den Kern des Problems erkannt: Die versuchte Republikflucht des staatsvergessenen Staatspersonals aus der Daseinsvorsorge im Falle des ÖPNV und der damit einhergehenden Überlassung an Konzerne. Das bedroht unsere Existenzen bereits heute! – Verkehr in Berlin: Leider klimaschädlich (deutsch, MieterEcho Juni ’19, “Traffic in Berlin: Unfortunately harmful to the climate”)

2019-07-15 Randnotiz Hamburg: Einer flog ins Wespennest. Hamburger grüner Senatssprecher wird Reden-Schreiber bei Volkswagen. Erinnert sich noch jemand an Rezzo Schlauch? – Hamburger Senatssprecher wird Reden-Schreiber bei Volkswagen (deutsch, new business, “Hamburg Senate spokesman becomes speech writer at Volkswagen”, 10. Juli)

2019-07-15 EU: Die Meldung ist bereits von gestern. Ausfall des europäischen Navigationssatelliten-Systems Galileo. Denkt doch bitte kurz mal darüber nach, warum sich alle mit Smartwanzen und Navi auf das schrottige, absichtlich falsche Positionsdaten liefernde GPS vom Pentagon verlassen, das beim extralegalen Drohnenmorden doch “so gut” funktioniert. – Ausfall des europäischen Navigationssatelliten-Systems Galileo (deutsch, heise online, “Failure of the European navigation satellite system Galileo “)

2019-07-15 Alles noch chic oder chon chön chräg? Pete Coco – Beautious

2019-07-11 Di Tu Se Fedele

2019-07-07 Gehirnwäsche? Aufsichtsratsvorsitzender der Hansa Funktaxi eG Hamburg, Werner Möllmann, läßt sich zu der Aussage hinreißen, dass ein breiteres Mobilitätsangebot nicht unbedingt negative Auswirkungen haben wird. Er vermutet, dass parallel zur Mobilitätsflut das “Privatauto” zunehmend verschwinden wird und “wir so auf Dauer Zuwächse haben werden”. Wen meint er mit wir und Zuwächse wo? Hamburg freut sich auf uber und free now (deutsch, Handelskammer Hamburg bei facebook, Video)

2019-07-07 Was auf jeden Fall funktioniert sind die Bonuspunkt- und Guthabendeals zwischen Uber und Kreditkartenfirmen. Sie lassen es sich richtig Geld kosten an die Daten heranzukommen: “These are the best credit cards to use for Uber rides” (englisch, bgr, “Dies sind die besten Kreditkarten zur Verwendung für Uber-Fahrten” )

2019-07-07 Softwareprobleme bei Uber: In der vergangenen Woche häufen sich die Berichte, dass die Fahrer-App die Autos zum Zielort des Kunden schickt, wärend der Kunde an der Abholadresse wartet. Die Fahrer-App wird laut Fahreraussagen schlecht gewartet und es kann Monate dauern bis Fehler behoben werden. Macht nichts. Es geht ja wohl sowieso eher um Datenanhäufung, als um seriöse Personenbeförderung: An Uber glitch appears to have sent drivers to riders’ final destinations — before picking anyone up (englisch, Business Insider, “Eine Uber-Fehlfunktion scheint die Fahrer zu den Endzielen der Fahrgäste geschickt zu haben – bevor sie jemanden abgeholt haben.”)

2019-07-03 Urteil in Hamburg: “Die unternehmerischen Interessen einzelner Taxenunternehmer decken sich nicht mit der im öffentlichen Verkehrsinteresse liegenden Funktionsfähigkeit des Taxengewerbes in seiner Gesamtheit.” Damit hat das Oberverwaltungsgericht in zweiter Instanz einen zur ersten Instanz gegenteiligen und nun unwiderrufbaren Entschluß gefällt und dem Kläger die Klageberechtigung aberkannt. Wenn nun aber ein einzelner Taxiunternehmer nicht die Interessen seiner Zunft vertreten darf, wer darf es dann? In München hieß es, es dürfe kein Verband oder keine Funkzentrale klagen, da sie nicht selber betroffen seien. Wer bitte schön ist dann befugt die Interessen des Taxigewerbes zu vertreten? – Das Oberverwaltungsgericht vergisst nicht in seiner Begründung die Marschrichtung zu benennen: “Die zügige Entwicklung und Einführung umwelt- und sozial(!)politisch wünschenswerter neuer Verkehrsangebote würde erheblich gehemmt.” Das “sozial” in sozialpolitisch lassen wir uns auf der Zunge zergehen und lesen auf dieklage.de: Cui bono? Wem nützt das alles? (deutsch, Die Klage)

2019-06-29 Bukarest: Niederlage für die traditionellen Taxis. Die rumänische Regierung hat in ihrer Sitzung am Dienstag die Notfallverordnung (OUG) zur Regelung des Ride-Hailings verabschiedet. Die Dokumentversion, die am Dienstag, den 25. Juni, besprochen wurde, sieht vor, dass Uber, Bolt und Clever Service-Betreiber jedes Jahr die technische Genehmigung des Ministry of Communications (MCSI) einholen müssen, so Hotnews.ro. Die jährliche Gebühr, die sie an MCSI zahlen werden, beträgt 50.000 RON. Kurz: Es gibt jetzt eigene Regeln für Ride-Hailer. Ob die Plattform-“Anbieter” ihrerseits nun auch Steuern an den rumänischen Staat abführen müssen, wurde nicht erwähnt. Damit hat sich die massive Lobbyarbeit für die digitale Verblödung von u.a. “Emerging Europe” (EE-Alliance, https://bit.ly/2XB2F9f ) gegen eine Regierung, die sich ihrerseits durch ihre arbeitende Bevölkerung entschädigen läßt, gelohnt. Das ist beispielhaft für die Machtverhältnisse in dieser Konzern-EU! – Romanian government adopts ridesharing ordinance (englisch, Romania-Insider, “Rumänische Regierung verabschiedet Ridehailing-Verordnung”, 26. Juni)

2019-06-29 Limassol, Zypern: Am vergangenen Donnerstag legten die Stadttaxifahrer für vier Stunden von 6h – 10h die Arbeit nieder und warnten mit einem 24-Stunden- oder sogar einem dreitägigen Streik während der Ferienzeit vom 15. August. Sie protestierten damit wiederholt gegen den Wertverlust ihrer Taxilizenzen bzw. der Besteuerung darauf, wenn sie diese verkaufen würden. Außerdem richtete sich der Protest gegen Taxipiraterie durch Bolt (https://bit.ly/2NfSumn) bzw. womöglich nTaxi (https://ntaxi.net/). Der Chef des Limassol-Taxifahrerverbandes Dinos Constantinou sagte außerdem: “Wo ist der Schutz unseres Berufsstandes, wenn jeder, der fahren kann, die Arbeit machen kann?” Und: “Auch die Tarife seien seit 2008 gleich geblieben, aber die Dieselpreise seien seither um 500 Prozent gestiegen”. (Eine solche Tarifstabilität klingt in der Tat negativrekordverdächtig, ebenso wie die Energiekostensteigerung!) “Gleichzeitig haben professionelle Stadttaxifahrer noch nie irgendwelche Verkehrssubventionen erhalten. Warum? Tragen Taxis nicht zum Tourismus bei? Wo ist der CTO (Fremdenverkehrszentrale Zypern)? Hotels bekommen Geld, Touristenbusse bekommen Geld, Taxifahrer müssen es einfach geben?” – Taxi drivers threaten more action after four-hour stoppage on Thursday (englisch, CyprusMail, “Taxifahrer drohen mit weiteren Maßnahmen nach vierstündiger Unterbrechung am Donnerstag”)

2019-06-28 New York: Bruce Schallers bevorzugte Fakten: “While Uber & Lyft have heavily promoted shared rides (strangers sharing a vehicle), “pooled” trips has been stuck at 25 percent in NYC, & similar levels elsewhere”. “Während Uber & Lyft stark für gemeinsame Fahrten geworben haben (Fremde, die sich ein Fahrzeug teilen), liegen die “gepoolten” Fahrten in New York bei 25 Prozent und in anderen Ländern auf einem ähnlichen Niveau.” – A Few of My Favorite Facts (englisch, Schaller Consulting, “Ein paar meiner Lieblingsfakten”)

2019-06-28 Hamburg: Hamburger Genehmigungsbehörde wird “sexy” und läßt Berliner “SenUVK” strunz-verknöchert dastehen! “Allerdings seien in den letzten Wochen verstärkt Antragsteller vornehmlich aus Berlin aufgetaucht, deren Absicht , mit Mietwagen taxiähnlichen Verkehr auszuüben, klar erkennbar gewesen sei.” „Wir wollen in Hamburg keinen Kampf gegen Mietwagen führen“, betonte Ritter. Als Aufsichtsbehörde habe man dafür zu sorgen, dass jede Verkehrsart im Rahmen der geltenden Gesetze betrieben wird (…) Uber down bei den “Pfeffersäcken” – Das Hamburger Modell gilt jetzt auch für Mietwagen (deutsch, taxiTimes, “The Hamburg model now also applies to ride-hailers”)

2019-06-28 Toronto: Ein Markstein für Legault in Québec und Vancouver sowieso. Hoffentlich hat er es gelesen. Ein neuer Bericht des Ryerson’s Urban Analytics Institute mit Verlinkung im Artikel. “Der Bericht weist darauf hin, dass PTCs (Private Transportation Companies) auf der Grundlage einer kürzlich veröffentlichten Analyse der Stadt Toronto für einen signifikanten Anstieg des Fahrzeugverkehrs in Toronto verantwortlich sind und jährlich Millionen zusätzlicher Fahrten, vor allem in der Innenstadt, hinzufügen. “Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die Anzahl der Taxis in Toronto zwar auf etwa 5.000 begrenzt ist, die geschätzte Anzahl der ausgestellten PTC-Lizenzen jedoch 70.000 beträgt, obwohl nicht alle aktiv sind.” Klarer kann man auf so eine offensichtliche Diskrepanz nicht hinweisen. – Toronto’s unequal taxi and ride-share rules contributing to downtown congestion, worsening emissions, report says (englisch, The Star, “Ein (neuer) Bericht weist auf Torontos ungleiche Taxi- und Ride-Hailerregeln hin, die zur Überlastung in der Innenstadt beitragen und die Emissionen verschlechtern. 24. Juni)

2019-06-22 Spendenaufruf für Petra Gansauge! “Ein irregeleiteter Gewalttäter hat mich am 06.06.2019 bei unserer Demonstration vor dem Haus unserer Verkehrssenatorin angegriffen und zu Boden gestoßen. Mir ist dabei nichts passiert. Unsere Kollegin Petra Gansauge, eine selbstfahrende Unternehmerin, kam dabei zu Fall und hat sich bei dem Sturz böse an der Schulter verletzt. Sie kann seitdem nicht mehr Taxifahren. Jetzt geht ihr langsam aber sicher das Geld aus. Wenn ihr sie mit einer Geldspende unterstützen wollt, dann überweist einen Beitrag eurer Wahl unter dem Stichwort „Unterstützung für Petra Gansauge“ an das Konto der Berliner Taxivereinigung DE72 1009 0000 7164 6430 04. Ich werde das Geld an die Kollegin weiterleiten”. (deutsch, Newsletter der BTV, Richard Leipold)

2019-06-21 Prag: Alles vorbei für Taxistände zu fairen Preisen. Die Taxistände zu fairen Preisen wurden als Orte ausgewiesen, an denen Taxis, die einen fairen Preis garantieren, auf die Kunden warten konnten. Derzeit sind nur fünf der 29 ausgewiesenen Flächen vermietet. Die Technische Straßenverwaltung (TSK) wird die restlichen Standorte innerhalb von sechs Monaten auflösen. Der stellvertretende Bürgermeister Adam Scheinherr (Praha sobě) sagte, die Standorte hätten keinen Zweck mehr erfüllt und böten keine Garantie für einen fairen Preis. Das Prager Institut für Planung und Entwicklung (IPR) wird nun eine Studie darüber erstellen, was mit den freien Stellen geschehen wird. Laut Scheinherr werden die meisten von ihnen wahrscheinlich als Wohnparkplätze genutzt. Laut Rathaus gibt es in Prag 9.800 Taxifahrer, weitere fast 3.000 Fahrer nutzen Uber und Bolt (ehemals Taxify) für “alternative” Verkehrsträger. – Prague to remove all Fair Place taxi stands due to misuse by fraudulent drivers (englisch, expats.cz, “Prag entfernt alle Fair Place-Taxistände wegen des Missbrauchs durch betrügerische Fahrer”, 19. Juni)

2019-06-21 Indien: Wenn hiesige Politiker nach Digitalisierung schreien, darf man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß sie auf ein Focaultsches Panopticon abheben, welches “Aaadhaar” in Indien bereits ist. In diesen digitalen Alptraum der weltgrößten biometrischen Datenbank, deren sicherheitstechnische Hintergehbarkeit IT-Sicherheitsexperten die Haare zu Berge stehen lässt, soll jetzt das Kraftfahrzeuggesetz in der Version von 2016 obligatorisch und zwingend eingefügt werden. Während der Gesetzesentwurf begrüßenswerterweise insbesondere darauf abzielt, Taxi-Aggregatoren (e.g. Ride-Hailer) zu regulieren, die er als digitale Vermittler oder Marktplätze definiert und Taxi-Aggregatoren dazu verpflichtet, sich an das IT-Gesetz 2000 zu halten und gleichwohl Lizenzen und Zulassungsbescheinigungen nach dem Kraftfahrtgesetz von 1988 erhalten werden sollen, zeigt er aber auch die volle Breitseite digitaler Durchschlagskraft auf das Individuum: “Elektronische Überwachung und Durchsetzung der Straßenverkehrssicherheit: Der Gesetzentwurf fügt einen neuen Abschnitt 136A ein, der die Landesregierungen beauftragt, die elektronische Überwachung und Durchsetzung der Straßenverkehrssicherheit auf nationalen und staatlichen Autobahnen und Stadtstraßen sicherzustellen. Er weist die Zentralregierung auch an, Regeln für das elektronische Überwachungs- und Hilfssystem durch die Installation von Blitzkameras, CCTV-Kameras, Blitzgeräten, tragbaren Kameras und anderen Technologien zu erlassen”. Das “Knöllchen” kommt also bargeldlos bezahlbar auf die “eigene” Smartwanze! Mit Folgen. Das Freiheits-Geheuchel der sog. westl. “Wertegemeinschaft” wird noch beizeiten ebenso seiner hintergründig totalitär offenbarten Fratze weichen…. – Summary: The Motor Vehicle (Amendment) Bill regulates taxi aggregators, and may make Aadhaar mandatory for getting drivers’ licences (englisch, Medianama, “Zusammenfassung: Das Kfz-Gesetz (Änderung) regelt Taxi-Aggregatoren und kann Aadhaar zwingend vorschreiben, um Führerscheine zu erhalten” (19. Juni))

2019-06-20 Finnland: Nichts richtig gemacht mit der Liberalisierung des Taxi”marktes”. “Das Gesetz hat den Zugang zu Taxis verschlechtert, die Preise sind gestiegen und es gab große Probleme mit Kela-Taxifahrten”, sagte Sanna Marin und bezog sich auf Taxifahrten des Sozialdienstes des Landes. “Es gibt auch Fragen zur Schattenwirtschaft und zur Sicherheit der Menschen”, sagte die neue Verkehrsministerin. “Die Einführung von Taxametern könnte Teil eines größeren Ganzen sein, aber ich kann noch nicht sagen, welcher Bereich der Taxiregelung am wichtigsten wäre, weil wir noch nicht mit den Vorbereitungen begonnen haben”, sagte Marin. Am Mittwoch sagte Marin, daß die Regierung die Taxigesetze in den Büchern überarbeitet und nach Möglichkeit Anpassungen vornehmen will. Na denn: los! Und nicht so hörig gegenüber den Einflüsterungen der Start-Up-Geldverbrenner bitte! – Transport minister mulls adjustments to taxi sector reforms (englisch, yle Uutiset, “Verkehrsministerin denkt über Anpassungen an die Reformen des Taxisektors nach”)

2019-06-14 Wir hatten das letztes Jahr bereits im Ticker. Inzwischen hat man offenbar sogar bei der “Bundeszentrale für politische Bildung” aufgehorcht. Das Problem mit der illegalen Privatisierung “unserer” Abteilung des ÖPNV kommt im Gewande der Digitalisierung, auf die die politische Klasse als auch das Bildungsbürgertum ja so scharf zu sein scheint. Sie möchten ja so gerne “kontrollieren”. Daß auch eben genau diese Gruppendarsteller so mit “eingetütet” werden dürften, scheint ihnen gar nicht bewußt zu sein. Auf die kalte Dusche, die auch auf sie zukommt, könnten sie sich vorbereiten, indem sie z.B. Frau Zuboffs Buch lesen. Die stumpfe Arroganz und Bräsigkeit der PolitikerInnen, die uns mit ihrer Doppelzüngigkeit nun doch verraten und an die Geldbesitzer verkaufen wollen – und eine wichtige Funktion eines souveränen Staatswesens gleich mit, wird ihnen bald auf die Füße fallen. Ob die aktuellen Gewerbevertreter mit ihrer ganz offenbar unzureichend vernetzt vorbereiteten, etwas rührig anmutenden “Eiserner Gustav Tour” sich dessen bewußt sind, darf infrage gestellt werden. Wer so eine gut gepflegte Adressdatenbank hat, kann im Informationszeitalter on-the-fly Solidarität zusammentrommeln! Oppermann ist Geschäftsführer des Bundesverbandes in spe? Soll er sich an den Rechner setzen und die Solidarität organisieren. So als Sprecher. Noch schlimmer jedoch ist der komplette Ausfall zur Sache bei denen, die sich wähnen, “Gewerkschaft” zu sein! Wo ist denn Eure internationale Vernetzung mit schlagkräftigeren Taxivertretungen? Wartet ihr darauf, daß wir Euch diese wichtige Arbeit auch noch abnehmen? Schon kapiert: Wir wollen das, also tun wir’s! Weil Ihr nicht einmal von selber darauf kommt! Euer Schatten ist der eines von Karl Kraus beschriebenen! Nüscht könnta selba! Lauschen wir also mal Frau Zuboff: “Der Historiker Karl Polanyi sah 1944 in seiner grandiosen Abhandlung „The Great Transformation“ die Ursprünge einer sich selbst regulierenden Marktwirtschaft in drei ebenso erstaunlichen wie kritischen Erfindungen, die er als „Warenfiktionen“ bezeichnete. Die erste davon war, dass unser Menschenleben sich der Marktdynamik unterordnen und – als „Arbeit“ wiedergeboren – kaufen beziehungsweise verkaufen lässt. Die zweite war, dass Natur sich – als „Land“ oder „Grundbesitz“ wiedergeboren – auf den Markt „bringen“ lässt. Die dritte bestand darin, dass Austausch als „Geld“ wiedergeboren werden kann. Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus hat seinen Ursprung in einer gar noch verblüffenderen und kühneren Erfindung: Er erklärt Erfahrungen von Privatmenschen zum kostenlosen Rohstoff für Produktion und Verkauf”. – Im Zeitalter des Überwachungskapitalismus (deutsch, Netzpolitik, “In the Age of Surveillance Capitalism”)

2019-06-12 Los Angeles: Den Mund etwas zu voll genommen. Elon Musk rudert auf Aktionärs-Hauptversammlung zurück. “Wir könnten eine Fahrgemeinschaft mit Leuten üben und dann, ähm, wäre das gut, um in Zukunft Dinge für die Robotertaxi-Flotte herauszufinden. Das könnte also Sinn ergeben. Eine Art überwachtes Robotertaxi.” Führungskräfte in der fahrerlosen Automobilindustrie waren der ursprünglichen Ankündigung von Musk sehr skeptisch gegenübergestanden und sagten, dass solche Robotertaxi-Flotten viele Jahre lang nicht praktikabel sein werden. Angesichts der traurigen Zahlen der Firma Tesla warnte Musk die Aktionäre auch schamlos davor, kurzfristige Gewinne zu erwarten. Drei Aktionäre beschwerten sich über die Medienberichterstattung über das Unternehmen, bis zu dem Punkt, an dem, wie man sagte, “die Leute denken, dass man kurz vor dem Bankrott steht”. “Das tun wir nicht”, sagte Musk. “Die Firma reagiert auf Medienanfragen und versucht, falsche Informationen zu widerlegen”, sagte Musk. “Es ist nicht so, dass wir nicht antworten oder so”, sagte er. Die LA-Times ist eher nicht amüsiert und zeigt dies in diesem Artikel deutlich. Nicht zur Sprache kommt in dem Artikel, ob denn nun das Kapital aus dem Projekt “SpaceX” zur Rettung der Firma abgezogen wird. – At Tesla annual meeting, Elon Musk softens claims of a robotaxi fleet next year (englisch, Los Angeles-Times, “Bei der Jahrestagung von Tesla mildert Elon Musk die Ansage einer Robotertaxi-Flotte im nächsten Jahr ab”)

2019-06-12 Tegucigalpa, Honduras: Den anhaltenden Protesten der Gewerkschaften des Bildungs- und Gesundheitssektors gegen mehrere vom Kongress verabschiedete Gesetze zur Privatisierung hat sich jetzt auch der honduranische Taxiverband (Ataxis) angeschlossen und kündigt an, dass sie ihren Streik am Donnerstag fortsetzen wollen, um zu fordern, dass die Subventionen der Bundesregierung mit denen anderer öffentlicher Nahverkehrsfahrer übereinstimmen. Die Verbandsmitglieder stellen die Reform des Landverkehrsgesetzes infrage, die die Kosten für Kraftstoff als auch für Lizenzverlängerungen erhöhen wird. – Strikes Spread Across Honduras as Taxi Drivers Join Protesters (englisch, teleSUR, “Streiks breiten sich in ganz Honduras aus, während Taxifahrer sich den Demonstranten anschließen”)

2019-06-12 Hamburg: “Pooling” ad absurdum. Der umtriebige Taxiunternehmer Ivica Krijan – ganz “nebenbei” auch die juristische Frontfigur, hinter der das gesamte Hamburger Taxigewerbe steht, statuiert ein Rechenexempel, in dem er sogar die von Moia mangels Masse angeblich benötigter Fahrzeuge beklagten Anfahrtskilometer weglässt und stellt dabei fest, wie “Pooling” in der von Moia betriebenen Art nicht einmal mit der Privatfahrzeugnutzung im Sinne seines vorgeschlagenen “Pooling-Indexes” mithalten kann. Geschweige denn mit der suggerierten Verkehrsreduktion. Allerdings hat er mit diesen einfachen und schlüssigen Berechnungen eine komplizierte Unbekannte nicht bedacht: Den “Sozialismus-Effekt”, den die erhoffte Masse von Moia-Fahrzeugen in Verbindung mit wahrscheinlich nicht sehr lange aufrecht zu erhaltenden Dumping-Preisen bei den auf Individualismus gedrillten, potentiellen Fahrgästen auslösen würde, den wiederum das Kapital dann abschöpfen könnte. “Hinten rum” zielen die Autokonzerne ohnehin darauf, das gleiche Recht zugeteilt zu bekommen, wie es der ÖPNV innehat. Nämlich auf steuerliche Subvention ihrer Profiterwartungen. Politiker, die so einem Unfug das Wort reden, sind vollkommen unnütz! Soll doch Moia jetzt schon beweisen, wie sich diese Art von “Sozialismus” rechnet! – Pooling-Index (deutsch, Die Klage)

2019-06-10

2019-06-10 WorkerInfoExchange‏ / Twitter: “Here is one Uber driver’s GPS foot print while working around Heathrow Airport over a two year period. The terminals and outlying waiting areas are clearly visualised by the data traces left behind. Data is power”! (23. Mai)

2019-06-10 England: Das Märchen von der Verkehrsentlastung durch Ride-Hailing. “Die Daten zeigen, dass Fahrer in Glasgow, Nottingham und London über 35% ihrer Schicht leer verbrachten und verschiedene Bereiche auf der Suche nach Arbeit umkreisten. Andere Daten zeigen, dass Uber-Fahrer 23% ihrer Arbeitszeit damit verbringen, zu einer Abholung zu fahren, wobei ein Fahrgast nur für 42% der Zeit an Bord ist und das Fahrzeug für 58% einer Fahrerschicht leer bleibt. Dem ehemaligen Uber-Fahrer James Farrar gelang es, die Daten nach einem zweijährigen Rechtsstreit per GDPR (General Data Protection Regulation der EU) von Uber zu erhalten. Er erklärte, dass die Zahlen einen schlüssigen Beweis dafür liefern, dass das Konzept der Ride-Hailing-App-Unternehmen zur Verkehrsüberlastung im Vereinigten Königreich beiträgt”. (Die Paywall des Original-Artikels in der englischen Sunday Times unter https://bit.ly/2X0zRXt war leider unumgehbar)Empty Ubers adding to UK’s congestion problems (englisch, TaxiPoint, “Leere Ubers verschärfen die Stauprobleme in Großbritannien”)

2019-06-07 Brüssel: Pfiffige Aktion der Taxifahrer der “Fédération belge des taxis” vor einem Transport-Depot der Brüsseler Nahverkehrsbetriebe (STIB) am Donnerstag ab 6h morgens. Es waren ca. 40 Kollegen erschienen, um darauf hinzuweisen, daß in dem kurz zuvor veröffentlichten Jahresbericht der “STIB” Uber als eine der verschiedenen Transportalternativen in der belgischen Hauptstadt genannt wurde. “Uber ist nicht die Zukunft der Mobilität”, sagte der Präsident Sam Bouchal und warnte, dass die Taxigewerkschaft nicht von ihrer Position zurücktreten würde. “Wenn STIB weiterhin ein System wie Uber fördert, denke ich, dass es beim nächsten Mal mehr von uns geben wird und wir werden stärkere Maßnahmen in Betracht ziehen”, sagte er. Die Abfahrt von Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs wurde nicht blockiert. STIB-Vizepräsident Lofti Mostafa reagierte persönlich. Er bemerkte, dass er von vielen Menschen nach einer möglichen Partnerschaft zwischen STIB und Uber gefragt worden sei und sagte, daß er einer solchen Initiative in keiner Weise zustimmte, was gegen das von ihm befürwortete soziale Projekt sei. “Für mich sind die einzigen möglichen Partner im Personenverkehr die Brüsseler Taxis”, schrieb er über Social Media. – STIB denies advertising Uber after Taxi protest (englisch, Brussels Times, “STIB bestreitet Werbung für Uber nach Taxiprotest)

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Neue Lyft-Regeln machen Uber stinksauer

Übersetzung des Artikels “New Lyft rules have Uber steaming mad” von Matthew Flamm, erschienen bei Crain’s New York am 19. Juni 2019 (https://bit.ly/2KFzLPh)

Anmerkung: Da der Artikel inzwischen hinter einer Bezahlschranke versteckt wird, haben wir ihn übersetzt und nicht als Kurzmeldung im Ticker untergebracht.

Eine Politikänderung durch Lyft hat Uber wütend gemacht und könnte die Verkehrsüberlastung erhöhen, indem sie Autos von den Außenbezirken nach Manhattan verlagert.

Ab dem 27. Juni können die Fahrer von Lyft nicht mehr auf die App des Unternehmens zugreifen, wenn sie dort auf Greifen fahren, wo nur wenige Personen Fahrten verlangen. Stattdessen müssen sie warten, bis die Nachfrage steigt, oder in ein belebteres Viertel – zum Beispiel Midtown oder Downtown Brooklyn – fahren.

Fahrer müssen den ganzen Tag über nach geschäftigen Plätzen suchen, oder riskieren, aus der App geworfen zu werden, bis die Nachfrage steigt.

Einige Lyft-Fahrer sind ausgenommen – diejenigen, die 90% oder mehr Fahranfragen annehmen und in den letzten 30 Tagen mindestens 100 Fahrten absolviert haben. Insider sagen, dass das wahrscheinlich (nur) ein kleiner Teil von ihnen ist.

Die Richtlinie ist Lyft’s Reaktion auf neue Mindestlohnregeln, die sie erfolglos vor Gericht angefochten haben – und von denen sie sagen, daß sie Uber zugute kommen.

Die neue Zahlungsformel betrachtet, wie viel Zeit ein Fahrer mit einem leeren Auto unterwegs ist. Je mehr (fahrgastlose) Greiffahrten ein Fahrer macht, desto mehr Einnahmen muss das App-basierte Unternehmen abgeben, um sicherzustellen, dass der Fahrer mindestens 17 Dollar pro Stunde nach Aufwand verdient.

App-basierte Dienste mit einer hohen “Auslastung” – d.h. ihre Fahrer befördern Passagiere fast 60% der Zeit – können weniger zum Lohn des Fahrers beitragen. Um die Verkehrsüberlastung in der Innenstadt zu verringern, will die Taxi- und Limousinenkommission weniger Leerfahrten.

Sowohl Lyft als auch Juno haben argumentiert, dass Uber, das mehr Benutzer als seine Konkurrenten hat, am wenigsten beisteuern muss, um auf den Mindestlohn seiner Fahrer zu kommen. Die TLC hat eine branchenweite Verwertungsquote verwendet, wird aber ab Februar 2020 mit unternehmensspezifischen Tarifen beginnen. Lyft handelt jetzt, weil die Agentur die Preise für das nächste Jahr über einen Zeitraum von sechs Monaten, der am 1. Juli beginnt, berechnen wird.

Indem Lyft die Fahrer von der App fernhält, wenn die Nachfrage gering ist, wird die Auslastung erhöht. Es könnte auch Uber schaden, wenn die Fahrer zu Ubers App wechseln und seine Plattform mit verfügbaren Autos überfluten.

Es ist möglich, dass die Nachfrage den Verkehr aus Manhattan herausziehen könnte: Eine kürzlich veröffentlichte TLC-Studie ergab, dass die Auslastung von Mietwagen in Brooklyn und der Bronx im Juni 2018 höher war als im Kern von Manhattan. Aber Lyft hat argumentiert, dass die Formel der Stadt die Fahrer dazu anregt, kurze, langsame Fahrten zu unternehmen, wie sie für den zentralen Geschäftsbezirk typisch sind – und nicht länger und schneller als die im Rest der Stadt üblichen Fahrten.

Lyft hat seinen Fahrern heute eine E-Mail über die Änderung geschickt und einen Blogbeitrag mit Vorschlägen für die Arbeit mit den Regeln veröffentlicht.

“Aufgrund der TLC-Vorschriften nehmen wir Änderungen an der Lyft-App vor, die die Anzahl der Fahrer begrenzen, die sich anmelden können, wenn es keine große Nachfrage nach Fahrten gibt”, sagte ein Sprecher in einer Erklärung. “Das bedeutet, dass einige Fahrer auf das Fahren warten müssen oder gar nicht fahren können. Wir glauben, dass diese neuen Regeln falsch sind, aber wir arbeiten fleißig daran, die Fahrer bei diesem Wechsel zu unterstützen.”

Uber sieht Lyfts Schritt als einen Schlag ins Gesicht.

“Sobald die Fahrer von der Lyft-App losgelöst sind, werden sie sich sofort bei Uber anmelden und die Anzahl der Fahrzeuge auf unserer Plattform deutlich erhöhen, ohne ein Auto von der Straße zu nehmen”, sagte eine Uber-Sprecherin in einer Erklärung. “Wir werden weiterhin daran arbeiten, dass wir nachhaltige Verdienstmöglichkeiten für Fahrer und bezahlbare Fahrten für Fahrgäste schaffen können.”

Die Independent Drivers Guild, die app-basierte Fahrer repräsentiert und von Uber finanziert wird, sagte, dass Lyft die Anforderung der Stadt ignorierte, dass die Zahlungsformel die Zeit berücksichtigt, die ein Fahrer damit verbringt, “auf einen Auftrag zu warten und dann dorthin zu fahren”, um Passagiere abzuholen.

“Es ist Lyft, die es versuchen zu vermeiden, dass Fahrer für ihre gesamte Zeit in der App bezahlt werden, wie es in New York City erforderlich ist und die Stadtführung kann das nicht zulassen”, sagte eine Gildensprecherin in einer Erklärung. “Indem sie die Fahrer zwingen, sich von der App abzumelden und an einen neuen Ort zu fahren, bevor sie sich wieder zuschalten können, verlagern sie die Kosten für diese Meilen und Minuten wieder auf die Fahrer, was gegen die Regeln der Stadt verstößt.”

Kommentar: Mietwagen mit Fahrer sind nicht die Lösung, sondern das Problem. Im Abwehrkampf der Stadt New York gegen die Flutung mit deren Blechlawinen erweisen sich Staugebühr und Mindestlohn zwar als repressiv wirkende Maßnahmen, werden von den Pfuscher-Pleitiers Lyft und Uber aber gnadenlos nach unten auf die Fahrer heruntergetreten. Die alberne Erzählung von einer nichtexistenten “Freiheit” bei der Jobausübung wird durch das Berichtete hervorragend konterkariert. Es wäre viel einfacher gewesen, die Zulassung von Mietwagen von vorn herein hart zu begrenzen. Im bundesdeutschen PBefG ist die empirische Lebenserfahrung mit der Personenbeförderung bereits enthalten. Wären deutsche Politiker in der Lage, souveräne Entscheidungen zu treffen, würden sie auch nicht darüber fabulieren, daß man das PBefG verkrüppeln und sich aus der staatlichen Hand schlagen lassen müsse. Es ist absehbar, daß sie einst den gleichen, zahnlosen Klamauk veranstalten müssen, wie Albany heute schon, wenn sie das PBefG verunstalten. Die Welle des allgemeinen Gegackers im politischen Betrieb dieses seltsamen Deutschlands schwappt mal wieder mannigfaltig über eine ganz einfache Maßnahme als Antwort hinweg: Diesen ausbeuterischen und asozialen Scheiß nämlich einfach zu verbieten!

Uber und Lyft haben etwa 80% Nachteil

Übersetzung des Artikels „Uber And Lyft Have About 80%  Downside“ vom pseudonymisierten Autor „EnerTuition“, erschienen am 10. Juni 2019 auf „Seeking Alpha“.

[eckige Klammern bedeuten Anmerkung des Übersetzers]

 

Zusammenfassung

• Es gibt nur wenige gute Bewertungsübungen, wenn es um Unternehmen wie Uber und Lyft geht. Wir teilen ein einfaches Modell, das für die meisten Investoren leicht verständlich ist.

• Der Markt verwirrt Lyft und Uber als Softwareunternehmen. Das ist so albern, als würde man Domino’s als ein Softwareunternehmen betrachten.

• Wenn diese Unternehmen überleben, werden sie letztendlich Bewertungen haben, die weit unter dem liegen, wie die Aktien derzeit gehandelt werden.

• Diese Idee wurde mit Mitgliedern meiner privaten Investorengemeinschaft „Beyond The Hype“ vertieft diskutiert.

Uber und Lyft – Eine einfache Bewertungsübung

Uber (UBER) und Lyft (LYFT) haben kürzlich ihre Börsengänge mit spektakulären Marktbewertungen durchgeführt. Warum werden diese Unternehmen, die Geld in atemberaubendem Tempo verlieren, so hoch bewertet?

Wenn man sich die Analystenberichte und Investmentzentren ansieht, sind Einschätzungen, dass Uber $80Mrd, $100Mrd oder $120Mrd wert ist, üblich. Vieles von dem, was geschrieben wird, ist magisches Denken, das völlig losgelöst von der Realität ist. Es ist schwer, gute und sinnvolle Bewertungsübungen zu finden. Ein Favorit des Autors ist die gängige und absurde Behauptung, dass “Technologie”-Unternehmen, die jährlich um die 30 bis 40 Prozent wachsen, ein 8-faches Umsatzvielfaches verdienen, unabhängig davon, ob sie Geld verdienen. Durch diese Metrik werden Lyft und Uber anscheinend unterbewertet.

Es ist unklar, wie Investmentkanonen diese Unternehmen überhaupt mit Technologieunternehmen verwechselt haben. Nur weil Ubers Name „Uber Technologies“ ist, macht es dies noch lange nicht zu einem Technologieunternehmen. Genauer gesagt, Uber und Lyft sind keine Softwareunternehmen.

Weder ist jedes Unternehmen, das Software schreibt, ein Softwareunternehmen, noch ist jedes Unternehmen, das Technologie einsetzt, ein Technologieunternehmen. Softwareunternehmen verfügen über Geschäftsmodelle mit hoher Hebelwirkung, bei denen die inkrementellen Stückkosten des Umsatzes nahe Null liegen und die inkrementellen Umsätze größtenteils auf das Endergebnis fallen. Diese Eigenschaft macht die Skalierung für Investoren sehr attraktiv. Aber die Skalierung an sich ist von keinem hohen Wert, wenn sie nicht mit einer entsprechenden Hebelwirkung einhergeht. Wie genau ist der Transport von Rideshare-Kunde “N” sinnvollerweise günstiger als der Transport von Kunde “N+1”?

Während Rideshare-Unternehmen Telefon-Apps und Logistik-Software verwendet haben, um schnell zu wachsen, würden wir argumentieren, dass diese im Wesentlichen Transport- oder Logistikunternehmen sind. Diese Unternehmen Software- , oder Technologieunternehmen zu nennen, ist wie Domino’s (DPZ) ein Technologie- , oder Softwareunternehmen zu nennen. Wer Beweise für Software wie „Scaling“ findet, wird sie in Ubers oder Lyfts P&Ls [Profit and Loss Statement; Gewinn- und Verlusterklärung] nicht finden. Wie wir später zeigen werden, gibt es in diesen Bereichen keinen großen Vorteil bei der Skalierbarkeit.

Wenn die sogenannten professionellen Analysten ihre Verantwortung gegenüber den Investoren bei der Bewertung des Geschäftsmodells aufgeben und die Unternehmen falsch kategorisieren und auf bedeutungslose Kennzahlen zurückgreifen, wie können dann durchschnittliche Investoren solche Unternehmen bewerten?

Dieser Artikel stellt eine einfache und effektive Bewertung dar, die von jedem mit rudimentären mathematischen Fähigkeiten ohne den Einsatz von ausgefallenem Hokuspokus durchgeführt werden kann. Zweck dieser Bewertungsmethodik ist es nicht, zu einer genauen Bewertung zu gelangen, sondern zu zeigen, wie absurd überbewertet Unternehmen wie Lyft und Uber sind.

Die Analyse hier wird mit Ubers S-1 und seinem neuesten Ergebnisbericht durchgeführt, aber eine ähnliche Analyse kann mit Lyft durchgeführt werden und wird ähnliche Ergebnisse liefern.

Wenn es um Uber geht, lassen Sie uns die folgenden Daten aus der S-1 und der Q1-Präsentation des Unternehmens betrachten.

Zunächst einmal sollte es keinen Zweifel daran geben, dass Ubers Geschäft schnell gewachsen ist, obwohl sich das Wachstum im Laufe der Jahre abgeschwächt hat. Aber was ist die richtige Metrik, um dieses Wachstum zu messen?

Uber hat generell die Zahl “Brutto-Buchungen” hervorgehoben (siehe Abbildung unten aus der Q1-Präsentation).

Wie definiert Uber “Brutto-Buchungen”?

Aus dem S-1: “Wir definieren Bruttobuchungen als den Gesamtwert des Dollars, einschließlich aller anfallenden Steuern, Abgaben und Gebühren von Ridesharing und New Mobility-Fahrten, Uber Eats Mahlzeitenlieferungen und Beträgen, die von Verladern für Uber Fracht-Sendungen bezahlt werden, in jedem Fall ohne Anpassung an Verbraucherrabatte und Rückerstattungen, Fahrer- und Restaurantverdienste sowie Fahreranreize. Die Brutto-Buchungen beinhalten keine Trinkgelder, die von Fahrern verdient wurden.”

Uber und Lyft haben etwa 80% Nachteil weiterlesen

Uber gibt (endlich) zu, in direktem Wettbewerb zum öffentlichen Personennahverkehr zu stehen

Übersetzung des Artikels Uber (Finally) Admits It’s Directly Competing With Public Transportation von Aaron Gordon, erschienen auf jalopnik.com am 12.4.2019

Uber hat ein kompliziertes Verhältnis zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Es kannibalisiert ganz offensichtlich Fahrten mit Zügen und Bussen derjenigen, die einen bequemen, privaten Autoservice bevorzugen und ihn sich leisten können. Gleichzeitig behauptet das Unternehmen, das sogenannte “Last Mile”-Problem anzugehen, also wie Menschen von Orten außerhalb der Fußnähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln gelangen. Sie sagen auch, dass sie Transportdienstleistungen für so genannte Transitwüsten erbringen, obwohl ihre Definition von einer solchen tendenziell keine Busse beinhaltet.

Das Unternehmen hat seit langem eine Seite auf seiner Website über alle Möglichkeiten, wie es die Transitdienste unterstützt und nicht verletzt, einschließlich des folgenden Teils:

Mit zuverlässigen Transportmöglichkeiten kann das Fahrtenteilen nicht nur den Menschen helfen, zur nächsten Haltestelle zu gelangen, sondern auch:

1. Lücken im bestehenden öffentlichen Nahverkehrsdienst schließen

2. Zugang zu unterversorgten Gemeinden ermöglichen

3. Zur Linderung der Nachfrage nach Parkplätzen führen

4. Die Kosten für ungenutzte Routen oder Dienste senken

Uber geht sogar soweit, zu beanspruchen, daß solche Anstrengungen und Partnerschaften mit den regionalen Verkehrsbehörden Teil dessen Mission seien, “den Zugang zum Verkehr zu verbessern”. In diesem Sinne haben sie Anfang des Jahres ihre App in begrenzten Märkten um den öffentlichen Nahverkehr erweitert.

Doch Ubers Antrag auf einen Börsengang am Donnerstag zeichnet ein ganz anderes Bild vom Verhältnis des Unternehmens zum öffentlichen Nahverkehr.

Während in der Anmeldung die Bemühungen des Unternehmens erwähnt werden, den Fahrgästen “multimodale Fahrten” anzubieten, die nach eigenem Ermessen auch öffentliche Verkehrsmittel umfassen können, macht die überwiegende Mehrheit der in der Anmeldung genannten öffentlichen Verkehrsmittel deutlich, dass das Unternehmen Busse und Bahnen als konkurrierende Dienstleistungen betrachtet.

Bruce Schaller, ein Transportanalytiker, der sich intensiv mit der Mietwagenindustrie beschäftigt hat, sagt, dass dies einer der Vorteile der öffentlichen Anmeldungen ist. “Sie müssen korrekt sein. Sie können nichts falsch darstellen. Es ist schön zu sehen, dass Uber ausnahmsweise einmal offen über seine Beziehung zu öffentlichen Verkehrsmitteln spricht.”

Von dem Zeitpunkt an, an dem Uber eine Stadt betritt, zielt das Unternehmen darauf ab, “schnell eine effiziente Größenordnung und Liquidität zu erreichen, um die Verbraucher anzuziehen, unsere Plattform als Alternative zum Besitz von Privatfahrzeugen und zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu nutzen und die Führung in der Kategorie Mitfahrgelegenheiten zu übernehmen”.

Das ist eine Menge Fachjargon, aber im Wesentlichen senkt das Unternehmen den Preis für jede Fahrt und setzt Anreize für den Fahrer, um Ubers mit dem öffentlichen Verkehr wettbewerbsfähig zu machen. Und sie tun dies gerne “in einer negativen Marge” – sie verlieren Geld – “bis wir eine ausreichende Größenordnung erreichen, um die Anreize zu reduzieren”.

Wenn man bedenkt, dass Uber in New York, einem seiner größten Märkte, immer noch Vergünstigungen und Werbekodierungen anbietet, ist nicht klar, was diese “ausreichende Größe” eigentlich ist.

An anderer Stelle, in einem Abschnitt mit dem Titel “Unsere Wachstumsstrategie”, sagt Uber:

Wir glauben, dass wir die Anzahl der Fahrten mit unseren Ridesharing-Produkten weiter erhöhen und den Besitz und die Nutzung von Privatfahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln jeweils einzeln ersetzen können, auch durch weitere Investitionen in unsere erschwinglichen Mitfahrmöglichkeiten wie Uber Bus und Express POOL.

Uber nennt seinen härtesten Wettbewerb in diesem Bereich auch “den öffentlichen Verkehr, der in vielen Städten typischerweise die kostengünstigste Verkehrsart ist”.

All diese neuen öffentlichen Erklärungen ergeben Sinn, wenn man eine gottverdammte Sekunde lang darüber nachdenkt, was Uber ist. Die Einreichung zeigt auch, dass 24 Prozent aller Fahrten des Unternehmens aus fünf riesigen Städten stammen – New York, Los Angeles, San Francisco, London und São Paulo -, von denen vier über robuste öffentliche Verkehrsmittel verfügen, die seit Ubers Einführung rückläufige Fahrgastzahlen verzeichnen konnten, obwohl ihre Gesamtbevölkerung zunahm.

Hoffen wir, dass damit Ubers jahrelanges “Gaslighting” beendet wird, das tatsächlich den öffentlichen Verkehr unterstützt, obwohl es dies ganz klar nicht tut und ganz offensichtlich nicht will.

 

Gewitterleuchten

Ein Großteil der Taxifahrer in D konnte gestern endlich zwei wichtige Erkenntnisse gewinnen:

1. Hält man zusammen, ist man nicht nur eine nützliche Kraft in der Gesellschaft, die sich darauf verlassen kann, dass die in ein Gesetz gegossene Lebenserfahrung der Vorgänger im Rahmen eines klar definierten Aufgabenbereiches für eine Mehrheit im staatlichen, definierten Gesamtsystem funktioniert und

2. Ist man sich darüber bewusst, wie viele wir eigentlich sind, wird klar, dass diese Kraft auch in ein Druckmittel zur Durchsetzung der Erhaltung jenes bewährten Rahmens umgewandelt werden kann.

Wir sind überwältigt von der massiven Teilnahme an diesen bundesweiten Demonstrationen.

Offenbar waren Teile der Berliner Polizei auch überwältigt im Angesicht der realistisch geschätzten 5000 Taxen, als sie unserer Ansicht nach zwei der drei Taxiströme bei der Ausübung ihres Demonstrationsrechtes nicht ausreichend unterstützten – wir haben hier eine freundliche Formulierung gewählt.

Eine Veranstaltung, die sich als Mündung einer Kraftanstrengung versteht, welche sich wiederum zwangsläufig aus den Entbehrungen der die Kraftanstrengung Vornehmenden nährt, ist nur dann erfolgreich, wenn sie diese Vornehmenden mit Zuversicht entlässt. Dies ist dem sich zum „Bundesverband Taxi und Mietwagen“ umbenannt habenden BZP ausgerechnet diesmal nicht gelungen.

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