Uber gibt (endlich) zu, in direktem Wettbewerb zum öffentlichen Personennahverkehr zu stehen

Übersetzung des Artikels Uber (Finally) Admits It’s Directly Competing With Public Transportation von Aaron Gordon, erschienen auf jalopnik.com am 12.4.2019

Uber hat ein kompliziertes Verhältnis zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Es kannibalisiert ganz offensichtlich Fahrten mit Zügen und Bussen derjenigen, die einen bequemen, privaten Autoservice bevorzugen und ihn sich leisten können. Gleichzeitig behauptet das Unternehmen, das sogenannte “Last Mile”-Problem anzugehen, also wie Menschen von Orten außerhalb der Fußnähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln gelangen. Sie sagen auch, dass sie Transportdienstleistungen für so genannte Transitwüsten erbringen, obwohl ihre Definition von einer solchen tendenziell keine Busse beinhaltet.

Das Unternehmen hat seit langem eine Seite auf seiner Website über alle Möglichkeiten, wie es die Transitdienste unterstützt und nicht verletzt, einschließlich des folgenden Teils:

Mit zuverlässigen Transportmöglichkeiten kann das Fahrtenteilen nicht nur den Menschen helfen, zur nächsten Haltestelle zu gelangen, sondern auch:

1. Lücken im bestehenden öffentlichen Nahverkehrsdienst schließen

2. Zugang zu unterversorgten Gemeinden ermöglichen

3. Zur Linderung der Nachfrage nach Parkplätzen führen

4. Die Kosten für ungenutzte Routen oder Dienste senken

Uber geht sogar soweit, zu beanspruchen, daß solche Anstrengungen und Partnerschaften mit den regionalen Verkehrsbehörden Teil dessen Mission seien, “den Zugang zum Verkehr zu verbessern”. In diesem Sinne haben sie Anfang des Jahres ihre App in begrenzten Märkten um den öffentlichen Nahverkehr erweitert.

Doch Ubers Antrag auf einen Börsengang am Donnerstag zeichnet ein ganz anderes Bild vom Verhältnis des Unternehmens zum öffentlichen Nahverkehr.

Während in der Anmeldung die Bemühungen des Unternehmens erwähnt werden, den Fahrgästen “multimodale Fahrten” anzubieten, die nach eigenem Ermessen auch öffentliche Verkehrsmittel umfassen können, macht die überwiegende Mehrheit der in der Anmeldung genannten öffentlichen Verkehrsmittel deutlich, dass das Unternehmen Busse und Bahnen als konkurrierende Dienstleistungen betrachtet.

Bruce Schaller, ein Transportanalytiker, der sich intensiv mit der Mietwagenindustrie beschäftigt hat, sagt, dass dies einer der Vorteile der öffentlichen Anmeldungen ist. “Sie müssen korrekt sein. Sie können nichts falsch darstellen. Es ist schön zu sehen, dass Uber ausnahmsweise einmal offen über seine Beziehung zu öffentlichen Verkehrsmitteln spricht.”

Von dem Zeitpunkt an, an dem Uber eine Stadt betritt, zielt das Unternehmen darauf ab, “schnell eine effiziente Größenordnung und Liquidität zu erreichen, um die Verbraucher anzuziehen, unsere Plattform als Alternative zum Besitz von Privatfahrzeugen und zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu nutzen und die Führung in der Kategorie Mitfahrgelegenheiten zu übernehmen”.

Das ist eine Menge Fachjargon, aber im Wesentlichen senkt das Unternehmen den Preis für jede Fahrt und setzt Anreize für den Fahrer, um Ubers mit dem öffentlichen Verkehr wettbewerbsfähig zu machen. Und sie tun dies gerne “in einer negativen Marge” – sie verlieren Geld – “bis wir eine ausreichende Größenordnung erreichen, um die Anreize zu reduzieren”.

Wenn man bedenkt, dass Uber in New York, einem seiner größten Märkte, immer noch Vergünstigungen und Werbekodierungen anbietet, ist nicht klar, was diese “ausreichende Größe” eigentlich ist.

An anderer Stelle, in einem Abschnitt mit dem Titel “Unsere Wachstumsstrategie”, sagt Uber:

Wir glauben, dass wir die Anzahl der Fahrten mit unseren Ridesharing-Produkten weiter erhöhen und den Besitz und die Nutzung von Privatfahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln jeweils einzeln ersetzen können, auch durch weitere Investitionen in unsere erschwinglichen Mitfahrmöglichkeiten wie Uber Bus und Express POOL.

Uber nennt seinen härtesten Wettbewerb in diesem Bereich auch “den öffentlichen Verkehr, der in vielen Städten typischerweise die kostengünstigste Verkehrsart ist”.

All diese neuen öffentlichen Erklärungen ergeben Sinn, wenn man eine gottverdammte Sekunde lang darüber nachdenkt, was Uber ist. Die Einreichung zeigt auch, dass 24 Prozent aller Fahrten des Unternehmens aus fünf riesigen Städten stammen – New York, Los Angeles, San Francisco, London und São Paulo -, von denen vier über robuste öffentliche Verkehrsmittel verfügen, die seit Ubers Einführung rückläufige Fahrgastzahlen verzeichnen konnten, obwohl ihre Gesamtbevölkerung zunahm.

Hoffen wir, dass damit Ubers jahrelanges “Gaslighting” beendet wird, das tatsächlich den öffentlichen Verkehr unterstützt, obwohl es dies ganz klar nicht tut und ganz offensichtlich nicht will.

 

Aus der Presse

-→ Übersetzungshilfe

 

2019-04-18 Uber, das Flaggschiff von Demokratie und Gesetzestreue im Raketengürtel der Osterweiterung antwortet darauf dreist:  “Tatsächlich nutzen viele Taxifahrer unsere Anwendung bereits, aber wir werden uns nie mit den Arbeitgeberverbänden einverstanden erklären, die sich gegen Technologie und das Wahlrecht der Verbraucher aussprechen” – Uber says taxi drivers use it’s application, disagrees with employers opposing right to choose (englisch, Agerpres, “Uber sagt, dass Taxifahrer seine App verwenden, ist anderer Meinung als die Arbeitgeber, die sich gegen das Recht auf Wahlfreiheit aussprechen”)

2019-04-17 Bukarest: Auf dem Viktoriaplatz in Bukarest versammeln sich 1700 Taxifahrer zu einer Protestkundgebung. Warum nur wird statt “Uber raus” nach “fairem Wettbewerb” verlangt? Taxifahrer tragen sich auf Listen zur Teilnahme an einem Hungerstreik ein. Vasile Stefanescu, Präsi von COTAR, findet aber auch sehr deutliche Worte, indem er, genauso wie in Polen z.B. den Einfluß “gewisser” Botschaften auf die Regierung kritisiert – COTAR accuses Gov’t of creating tax haven for ridesharing apps (englisch, stiripesurse, “COTAR wirft Regierung vor, Steueroase für Ridesharing-Anwendungen zu schaffen”)

2019-04-17 Hongkong: Ach nee! “Die Hongkonger Wettbewerbsbehörde hat erklärt, dass die Ambition der Regierung, einen Premium-Taxi-Service zu schaffen, die Interessen der Verbraucher nicht berücksichtigt und ihre Methode zur Schaffung eines fairen Wettbewerbs in Frage gestellt hat.(…) Die Kommission, die über den Plan beriet, war überrascht von der Behauptung der Regierung, dass es eine Nachfrage nach besseren Dienstleistungen zu höheren Tarifen gebe”. (englisch, South China Morning Post, “Premium-Taxi-Service berücksichtigt die Interessen der Verbraucher nicht, sagt Hongkonger Wettbewerbsbehörde”)

2019-04-17 Amsterdam: Am Donnerstag, den 18. April, werden rund 1.200 Taxifahrer auf einem dreiviertelstündigen Protestmarsch ab 12.15 Uhr durch Amsterdam laufen. Sie fordern gleiche Wettbewerbsbedingungen auf dem Taximarkt, wo für alle Taxifahrer die gleichen Regeln gelten, unabhängig davon, ob sie für ein Taxiunternehmen oder für eine Plattform arbeiten. Sharon Dijksma, Stadträtin für Verkehr und Transport, Wasser und Luftqualität in Amsterdam, wird mit einer Petition und dem Goldenen Dachfenster” ausgezeichnet. (Holländisch, FNV, “1.200 wütende Taxifahrer protestieren am Donnerstag in Amsterdam”)

2019-04-17

2019-04-17 Florian Rinke‏ / Twitter: Exklusiv: Mietwagen sollen dem Taxi Konkurrenz machen. Doch jetzt stoppt Stadt Duesseldorf den Uber-Partner Safedriver Ennoo  Ziemlich wachsweich irritierter Artikel. Möglicherweise der Anfang vom Ende für die Uber-Lobby in D! Die Behörde betont, daß sie nicht “Uber” bekämpft. Aber den Sumpf, der diesem Taxiparasiten seine illegale Existenz überhaupt erst ermöglicht! Mohnke zum Mond! Wie Jarzombek.

2019-04-17 San Diego: Erfindungsgiganten! Lyft erfindet die Lyft-Schlange am Airport San Diego und stellt noch “Ambassadors” mit an den Terminal 2, damit die gegenseitige Identifikation von Fahrgast und vorne stehendem, ersten Fahrer mittels vierstelligem Code auch klappt, “weil es eine andere Art ist” – Silicon Valley Invents Taxi Lines (englisch, Jalopnik, “Silicon Valley erfindet Taxi-Warteschlangen”)

2019-04-17 Japan: Sony möchte mit seiner neuen App “S.Ride” Tokioter Taxis durch KI zu vorausberechneten Nachfragespitzen schubsen dirigieren lassen. Vorvorgestern erst stellte Klaus Grill fest, daß wir “die Kaninchen” im Konzernexperimentierfeld werden – Sony enters Japan’s taxi-hailing market with S.Ride app (englisch, Techspot, “Sony betritt Japans Taxiruf-Markt mit App S.Ride”)

2019-04-16 “Vereinzelt springen Terroristen über Wiesen.
Wie chic. Die Fotoapparate sind gezückt.”

2019-04-15 Professor Aswath Damodaran zum S-1 Prospekt von Uber: “Es ist ein Zeugnis dafür, wie die Anforderungen an die Offenlegung von Informationen die perversen Folgen hatten, die Offenlegungen nutzlos zu machen, indem Investoren in Daten ertränkt wurden und sinnlose juristische Begriffe verwendet wurden.” – Valuation expert says Uber is worth a little more than half the $100 billion it’s seeking (englisch, CNBC, “Bewertungsexperte sagt, dass Uber etwas mehr als die Hälfte der 100 Milliarden Dollar wert ist, die es sucht.”)

2019-04-15 Tyler Durden von ZeroHedge: “Angesichts der Tatsache, dass die Peinlichkeit der Bauchlandung von Lyft nach dem Börsengang noch frisch ist, ist die Vorstellung, dass sich Wall Street-Analysten Ubers bevorstehendem 100-Milliarden-Dollar-Debüt mit etwas anderem als Zittern nähern, für uns einfach verblüffend.” – Why Can’t CNBC Just Admit That Analysts Are Skeptical Of Uber’s $100B Valuation? (englisch, ZeroHedge, “Warum kann CNBC nicht einfach zugeben, dass Analysten skeptisch gegenüber Ubers $100B Bewertung sind?”)

2019-04-15 Hamburg: Und sie fahren trotzdem! – Mopo nennt Moia “Taxis” (deutsch, Die Klage)

2019-04-15 Berlin: “Das Großprojekt “Forum Recht” soll das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat fördern. Weder ist es als Museum gedacht noch als “Vitrine für das Grundgesetz”. Zynismus pur. Was nicht erlebbar ist, kommt ins Museum – Auch ein “Forum Recht” für Leipzig (deutsch, Legal Tribune, 22.März)

2019-04-15 Sonntagsständchen:

2019-04-14 Hamburg: Was ist nur mit dieser Genehmigungsbehörde los? Haben die vergessen, wodurch sie existieren? “Wir befinden uns also in einem Versuchslabor, in dem konkurrierende Konzerne, ihre Preis- und Propaganda-Waffen testen. Wir sind die Kaninchen”. Echt jetzt, myTaxi, Suizid durch Hybris? – Die normative Kraft der wirtschaftlichen Vernunft (deutsch, Die Klage, “The Normative Power of Economic Reason”)

2019-04-13 Durch die Veröffentlichung des S-1 Prospektes tritt öffentlich zutage, daß Uber eben ganz genau auch beabsichtigt, den ÖPNV anzugreifen. Es war mal wieder Bruce Schaller, der das aus den 285 Seiten herausgefriemelt hat. Im Umkehrschluß ergibt sich daraus eine Forderung sowohl an den Berliner Senat, der blindwütig und untätig dabei zusieht, wie das Taxigewerbe aufgerollt wird, als auch an BM Scheuer, Uber umgehend zu verbieten. Will die Verkehrspolitik überhaupt noch glaubwürdig erscheinen, muß sie diesen Schritt gehen! – Uber (Finally) Admits It’s Directly Competing With Public Transportation (englisch, Jalopnik, “Uber gibt (endlich) zu, dass es in direktem Wettbewerb mit dem öffentlichen Verkehr steht”)

2019-04-13 In Québec geht es gerade nur um die Höhe der Abfindungen. Bonnardel hatte angekündigt, die ursprünglich angesagten 500 Mio aufzustocken. Die Taxifahrer wollen aber 1,3 Mrd , weil dies dem Wert der Lizenzen vor Ubers Auftreten entsprach – Quebec transport minister open to boosting compensation for taxi drivers (englisch, Canadian Press, “Verkehrsminister von Quebec offen für eine Erhöhung der Entschädigung für Taxifahrer”)

2019-04-13 Passend dazu zählt der New Yorker “streetsblog” noch einmal den ganzen Müll auf, den solche Pseudo-Taxivermittler wie Uber und Lyft aufgehäuft haben und den es mit echten Taxis gar nicht gegeben hätte – The Mounting Fallout from Uber and Lyft’s Disruption of the Taxi Industry (englisch, streetsblog, “Der zunehmende Fallout von Uber und Lyft’s Störung der Taxiindustrie”)

2019-04-13 Mashable hat einmal sieben markante Punkte aus Ubers 285 Seiten umfassenden S-1 Prospekt herausgearbeitet und sich am Kopf gekratzt – Seven eyebrow-raising admissions from Uber’s IPO filing (englisch, Mashable, “Sieben markante Zugeständnisse aus Ubers IPO-Anmeldung”, mit link zum S-1 prospectus)

2019-04-13 Michael Kauferstein‏ / Twitter: Aggressiver Digitalkonzern: Das Unbehagen gegen Uber wächst zu Recht

2019-04-12 Update Hamburg: “Die Klage hat aufschiebende Wirkung, bis ein Urteil “in der Hauptsache” gefällt wird. Dazu muss es ein Verfahren geben, einen Prozess und so etwas dauert erfahrungsgemäß einige Zeit, z.B. Jahre.
So lange steht Moia.” Puuuh! Glückwunsch! (deutsch, Die Klage)

2019-04-12 Hamburg: Alle Augen schauen nach Hamburg, wo es im Gebälk des “Rechtsstaates” unter dem Ansturm des VW-Konzerns heftig knirscht. Lest dieses Schreiben! – Status: Hafenstraße (deutsch, Die Klage)

2019-04-12 Geständnis des Ford CEO: Wir haben die Ankunft von selbstfahrenden Autos “überschätzt”. Wie sieht’s bei Daimler und BMW aus? Natürlich keinen Deut besser! Aber die haben ja jetzt Unterschleißheim. Dann können sie auch bald individuelle Fahrpreise für jeden Fahrgast machen – Ford CEO confession: We “overestimated” the arrival of self-driving cars (englisch, Fast Company)

2019-04-12 Während sich in der deutschen Käseglocke in untertäniger Mentalität fast alle mal wieder über Kinkalitzchen erhitzen, die Lohnschreiber sich respektvoll dem Unding eines erfolgreichen Börsenganges von Uber annähern oder gleich meinen, Ubers sinnloses Expansionsgefuchtel dokumentieren zu müssen, zischt in mathematischer Konsequenz das Pendel über Ubers Brust hinweg. Eine herrlich bittere Polemik über das, was unvermeidlich kommen wird: “Ubers Börsengang wird in wenigen Stunden überzeichnet sein, die Sache wird sofort beim Handel auftauchen, wie eine Boeing 737 am zweiten Tag abtauchen und riesige Mengen an Wert langsam für Monate ausbluten lassen, bevor sie eine Woche vor Ablauf der Aussperrung platzen…. und dann werden sie implodieren. Wir haben es schon einmal gesehen, aber noch nie in dieser Größenordnung, und das schiere Blutbad eines 100 Milliarden Dollar Blue Apron auf Rädern wird wie eine Todeskur für diese IPO-Krankheit sein. Aber hey, es wird nicht langweilig werden”  The Uber IPO Will Be Like Chernobyl For The IPO Market (englisch, Above the Law, “Der Uber-IPO wird wie Tschernobyl für den IPO-Markt sein”)

2019-04-11 Südafrika: Wie sich das Taxigewerbe nach der Deregulierung 1987 entwickelte. Interessanter Beitrag von “The Conversation”. Schießen wir also in 30 Jahren die Rechte zur Straßennutzung auch aus? Oder ist der Staat dann zu einem waffenstarrenden harten Kern zusammengeschrumpft? Der Artikel schließt mit: “Aber nicht zuletzt zeigt es, wie wichtig eine gut gestaltete, konsistente und durchdachte lokale Governance für das tägliche Pendeln (und Leben) aller Südafrikaner ist”. Wo haben wir das so ähnlich gerade gehört? – Cape Town’s taxi violence is rooted in attempts to govern competition (englisch, The Conversation, “Die Taxi-Gewalt in Kapstadt hat ihre Wurzeln in Versuchen, den Wettbewerb zu regulieren”)

2019-04-11 Birmingham: Der Lizenz- und Schutzausschuss des Birmingham City Council wird von sauren Taxifahrern gesprengt, weil sie sich die “Verschmutzungsrechte” nicht leisten können – Angry taxi drivers force council meeting to be suspended in Birmingham (englisch, Birmingham Mail, “Wütende Taxifahrer zwingen die Ratssitzung in Birmingham zur Aussetzung”)

2019-04-11 Berlin‘s Taxi-Union head at work!

2019-04-11 Buenos Aires: Taxi-Gewerkschaften legen gemeinsam das Stadtzentrum für zwei Tage gegen Ubers illegale Machenschaften lahm. Die Kapitalisten-Zeitung “Clarin” jammert: Otro jueves infernal para el tránsito: habrá una marcha de taxistas y varios cortes en el Centro (spanisch, Clarin, “Ein weiterer höllischer Donnerstag für den Verkehr: Es wird einen Marsch von Taxifahrern und mehrere Abschneidungen im Zentrum geben”)

2019-04-11 Warschau: Taxifahrer setzen Proteste für drei Wochen aus – Taxi drivers’ protest suspended for three weeks (englisch, tvn24)

2019-04-11 New York: Lyft-Aktie fällt am Mittwoch um 10,85%, landet bei 60,12$. Im Moment wird davon ausgegangen, daß die Uber-Aktie bei 48-55$ startet. Es ist klar, daß Uber im Licht des Absturzes der Lyft-Aktie betrachtet wird. Das belgische Blatt “L’Echo” findet dafür folgende Überschrift: Les déboires de Lyft sur le Nasdaq font fuir un troupeau de licornes (französisch, L’Echo, “Lyft’s Leiden an der Nasdaq treiben eine Herde Einhörner weg”)

2019-04-11 Potsdam, Post von R. Leipold: “Liebe Unterstützer, der morgige Gerichtstermin (12.04.2019) am Landgericht Potsdam gegen die UBER Firma Blackpearl wurde schon wieder verschoben. Grund: Dienstliche Gründe. Ich melde mich, wenn das Gericht neu terminiert. Bitte gebt die Information an alle Interessierten weiter, damit keiner umsonst hinfährt”.

2019-04-11 Hamburg: Der offensichtliche Schönheitsfehler – Heute erste ScheuerWehr (deutsch, Die Klage)

2019-04-09 Warschau: Taxifahrer protestierten zweiten Tag. Nun gibt es Gespräche mit Repräsentanten aus vier Ministerien. Sie fordern eine Blockierung der Uber-App. Für die Unterredungen sind die Proteste ausgesetzt, sagte Rafał Piotr Jurek, einer der Gewerkschaftsführer – Taxi drivers gathered in central Warsaw again in protest against Uber-like apps (englisch, tvn24, “Taxifahrer versammelten sich erneut im Zentrum Warschaus, um gegen Uber-ähnliche Apps zu protestieren”)

2019-04-09 Uber und die Robo-Utopie: Raquel Urtasu, Chefwissenschaftlerin der Uber Advanced Technologies Group (ATG), gibt in Reuters-Interview zu, daß die Sache mit den “autonomen Fahrzeugen” noch “sehr lange dauern” wird. Damit fällt eine weitere, großspurige Angeberei von Uber unappetitlich in sich zusammen. Aufmerksame Leser wissen allerdings schon längst, daß hier über weitere Dekaden bis zur eventuellen Reife dieser Technologie gesprochen werden muß. Was sie bei Uber allerdings immer noch sehr gut können, ist Fahrgäste und Fahrer abzuzocken. Nur da können Profite erzielt werden. Wir wünschen also Ubers Aktie nach dem Börsengang eine rauschende Talfahrt! Wir verlinken auf die französische Ausgabe von Business Insider, weil denen einfach ein besserer Schnappschuss gelungen ist – Uber freine ses ambitions dans la voiture autonome avant son introduction en Bourse (französisch, Business Insider, “Uber bremst seine Ambitionen ins autonome Auto vor seinem Börsengang”)

2019-04-09 Man kann es nicht anders sagen: Die Zeitung “junge Welt” gibt sich schon länger Mühe, unsere gesammelten Informationen in Artikel zu gießen, die objektive Sachverhalte abzubilden beabsichtigen. Dafür ein dickes Danke! Lesenswerte Zeitung. Auch in Knitterpapier – Korso gegen Uber (deutsch, junge Welt, “Parade against Uber”)

2019-04-09 Nochmal zu Warschauer Taxiprotesten via sensibilisiertem, Kanadischen Fernsehen: “Das betreffende Projekt, das bereits von der Regierung genehmigt wurde, sieht insbesondere vor, dass eine Mobiltelefonanwendung das Taxameter ersetzen kann”. Das ist Schrott und würde den Programmierern alle Möglichkeiten eröffnen, eine staatl. Kontrolle zu umgehen! Von Taxameter-App-Gaukelei mal ganz abgesehen – Des centaines de taxis manifestent à Varsovie contre Uber (französisch, TVA Nouvelles, “Hunderte von Taxis demonstrieren in Warschau gegen Uber”)

2019-04-08 Kenia: “Gone is the mad rush”! In Kenia konkurrieren zehn verschiedene Ride-Hailing-Apps. Durch den Wettbewerb werden die Fahrpreise gedrückt. Zu viel für die Uber-Fahrer. Sie können ihre Autos nicht mehr abbezahlen und diese kommen unter den Hammer – Auctioneer’s hammer to fall on Uber cars (englisch, East African, “Der Hammer des Auktionators fällt auf Uber Autos”)

2019-04-08 Warschau: “STOP to illegal transport”. Eine Entscheidung über die mögliche Fortsetzung des Protestes wird nach Anhörung der Regierungsposition zu den Forderungen der Taxifahrer getroffen – “There’s an initial agreement” Taxi drivers protested in Warsaw (englisch, tvn24, “Es gibt eine erste Vereinbarung” Taxifahrer protestierten in Warschau”)

2019-04-08 Prag: Heute ebenfalls Proteste der Taxifahrer gegen die totale Deregulierung – Prague taxi drivers protest against new government legislation (englisch, Radio Praha, “Prager Taxifahrer protestieren gegen neue Regierungsgesetze”)

2019-04-08 Warschau – Polnische Taxifahrer: “Was wir fordern, ist Fairness: dass alle (Taxifahrer) eine Lizenz benötigen, einen Taxameter haben, dass sie alle Steuern in den Ländern, in denen sie arbeiten, zahlen und auch die Sozialversicherungsbeiträge, dass sie Prüfungen wie wir bestehen” – Hundreds of cab drivers protest Uber in Warsaw (englisch, Phys Org, “Hunderte von Taxifahrern protestieren in Warschau gegen Uber”)

2019-04-08 Statement von Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages: “Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Fahrzeuge auf der Straße” (deutsch, Deutscher Städtetag, “We don’t need more, we need fewer vehicles on the road”)

2019-04-08 40.000 demonstrierten allein in Berlin gegen den “Mietenwahnsinn”. 85% der Bevölkerung der Hauptstadt sind von diesem Problem betroffen. Es war der Bundestag selber, der die Miete zum Repressions-Instrument gemacht hatte und damit das Problem auch noch verschärfte. Im Falle des Volksbegehrens unterstützen wir das Vorhaben auf das Schärfste! Unser Problem ist zwar anders, aber ähnlich: Private Konzerne wollen das Taxigewerbe schlucken. Es ist Bestandteil des ÖPNV und gehört somit zur staatl. Daseinsvorsorge! Lasst uns am Mittwoch mit wenigstens 6000 Taxen an der Sternfahrt teilnehmen, denn der Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung ist auch für uns nicht hinnehmbar! – Deutsche Wohnen enteignen! (deutsch, Standpunkte, “Expropriate Deutsche Wohnen!”)

2019-04-06 Wien im Februar. Ein “Kurzbericht” eines Autoren für “IOM”, einer offenbar nicht unumstrittenen Organisation zur Migrationssteuerung im Auftrag von Regierungen, die lt. Wikipedia über ein sagenhaftes Budget i.H.v. 1,4 Mrd. US-Dollar pro Jahr verfügt. In diesem provokativen Text ist natürlich nicht die Rede davon, daß Uber in Wien klar gegen das Gelegenheitsverkehrs-Gesetz (GelVG) verstieß und eine Strafe i.H.v. 600.000 € zu bezahlen hat. Man scheint sich seines Sieges über Gesetze mittels Uber als Vehikel gewiss zu sein. Und siehe da: Die konsolidierte Fassung dieses Gesetzes liegt genau seit heute vor! – Big Mellow Taxi (englisch, IOM, “Großes sanftes Taxi”) Update: bei der Veröffentlichung der Änderungen zum Gelegenheitsverkehrsgesetz ist offenbar ein Prozeß im Gange und jeden Tag scheint es einen neuen Stand zu geben, oder aber das aktuelle Datum läuft einfach nur mit. Eine Prüfung hatten wir bis jetzt nicht vorgenommen.

2019-04-06 Kigali, Ruanda: Was soll das? Bargeldlos für solche Kleinstbeträge? Ist das nun “Entwicklungshilfe” oder doch nur Überwachung und Bevölkerungskontrolle? – Govt sets deadline for taxi-moto operators to go cashless (englisch, New Times.co.rw, “Regierung setzt Taximoto-Betreibern Frist, um bargeldlos zu fahren”)

2019-04-05 London: Fahrpreise bei Uber steigen. “Private Verleihfirmen waren von der Gebühr befreit worden, aber die Regulierungsbehörde Transport for London (TfL) versucht, die Anzahl der Fahrzeuge auf den Straßen der britischen Hauptstadt zu reduzieren, die zum Teil durch aufkeimende Taxi-Apps stark gestiegen ist. ” – Uber adds one pound on journeys in London’s congestion charge zone (englisch, Reuters, “Uber erhöht um ein Pfund für Fahrten in Londons City-Mautzone”)

2019-04-05 Montréal: Auch heute wieder Proteste der Taxifahrer gegen die Deregulierung. Abdallah Homsy: “Wir haben diese Woche mehrmals versucht, einen Dialog mit dem Minister aufzunehmen, aber sein Büro will nichts von uns hören, wenn wir jedes Mal etwas Ernsthaftes vorschlagen.” – Thousands of protesting taxi drivers block traffic in downtown Montreal (englisch, Canadian Press, “Tausende von protestierenden Taxifahrern blockieren den Verkehr im Stadtzentrum von Montreal”)

2019-04-05 Das sog. “EU-Parlament” beschloß gestern eine Speicherpflicht für Fingerabdrücke im Personalausweis. Damit behandeln sie die Bürger wie eines Verbrechens Verdächtigte. Und die wollen demnächst durch Wahlen auch noch bestätigt werden? – EU-Parlament beschließt Speicherpflicht für Fingerabdrücke im Personalausweis (deutsch, heise, “EU Parliament decides on storage obligation for fingerprints on identity cards”)

2019-04-05 Nochmal zu dem schrecklichen Mordfall in Columbia: Die New York Times jammert und lamentiert herum. Aber daß dieses Problem erst durch “Ride-Hailing” entstanden ist und sich auf ein Minimum reduzieren ließe, wenn die Fahrgäste sich ein echtes Taxi bestellen würden, darauf kommt der Autor erst gar nicht – They Thought It Was Their Uber. But the Driver Was a Predator (englisch, New York Times, “Sie dachten, es sei ihr “Uber”, aber der Fahrer war ein Beutegreifer”)

2019-04-05 Das Kapital dreht sich zulasten der Gesamtheit um die eigene Achse, weil die zu plündernden Gegner nuklear bewaffnet sind. Die Nato begeht zu ihrem Siebzigsten das Renteneintrittsgesuch. Unterschätzt nicht den “Transport”, wie Joseph M. Fischer. Also will es erstmal uns plündern! The Atlantic schrieb: “Die Ökonomie ist geradlinig: Ride-Hail-Unternehmen haben es billiger und einfacher gemacht, ein Auto zu nehmen, aber eine Stadt kann und wird keine Straßen mehr bauen, um all diese Autos aufzunehmen.” – A Glut of Easy Money Is Clogging City Streets (englisch, The Atlantic “Eine Flut von einfachem Geld verstopft die Straßen der Stadt”) (29.März)

2019-04-05 Dazu passend ein Bericht zur Infrastrukturapokalypse in USA: 47K “strukturell defizitäre Brücken”, wovon sich allein in New York 600 befinden – Hundreds Of NYC’s Bridges Are Crumbling, Report Shows (englisch, Patch, “Bericht zeigt: Hunderte von Brücken in New York bröckeln”)

2019-04-05 New York: Interessantes Telefoninterview mit Bruce Schaller zu den komplizierten Détails der Staugebühr. Statt der 96th als Begrenzung ist jetzt auch die 60th Street im Gespräch. Wir lernen, daß die Stadt New York sich die Flaschenhalssituation für den Verkehr teilweise erst selbst geschaffen hat. Die Packung oben drauf sind aber unbestritten die Mietwagen. Berlin erscheint mit seinen städtebaulichen Maßnahmen zur Straßenverengung ebenfalls auf dem Weg zu sein, irgendwann eine Staugebühr für bestimmte Zonen wie Mitte z.B. einzuführen…(englisch, Pacifica Radio in New York City, podcast von 0:30 bis ca. 0:59)

2019-04-04 Big Yellow Taxi – Joni Mitchell

2019-04-04 Süd-Korea: Uber grätscht Kakao-like in Seoul hinein. Wir hatten bereits Kompromisse verurteilt. Hoffentlich finden sie nicht genug Idioten, die kooperieren. – Uber launches taxi calling service in Seoul (englisch, Hankyoreh, “Uber startet Taxirufdienst in Seoul”)

2019-04-02 Das ging ja schnell! Schöne Talfahrt noch….

Aus der Presse weiterlesen

Gewitterleuchten

Ein Großteil der Taxifahrer in D konnte gestern endlich zwei wichtige Erkenntnisse gewinnen:

1. Hält man zusammen, ist man nicht nur eine nützliche Kraft in der Gesellschaft, die sich darauf verlassen kann, dass die in ein Gesetz gegossene Lebenserfahrung der Vorgänger im Rahmen eines klar definierten Aufgabenbereiches für eine Mehrheit im staatlichen, definierten Gesamtsystem funktioniert und

2. Ist man sich darüber bewusst, wie viele wir eigentlich sind, wird klar, dass diese Kraft auch in ein Druckmittel zur Durchsetzung der Erhaltung jenes bewährten Rahmens umgewandelt werden kann.

Wir sind überwältigt von der massiven Teilnahme an diesen bundesweiten Demonstrationen.

Offenbar waren Teile der Berliner Polizei auch überwältigt im Angesicht der realistisch geschätzten 5000 Taxen, als sie unserer Ansicht nach zwei der drei Taxiströme bei der Ausübung ihres Demonstrationsrechtes nicht ausreichend unterstützten – wir haben hier eine freundliche Formulierung gewählt.

Eine Veranstaltung, die sich als Mündung einer Kraftanstrengung versteht, welche sich wiederum zwangsläufig aus den Entbehrungen der die Kraftanstrengung Vornehmenden nährt, ist nur dann erfolgreich, wenn sie diese Vornehmenden mit Zuversicht entlässt. Dies ist dem sich zum „Bundesverband Taxi und Mietwagen“ umbenannt habenden BZP ausgerechnet diesmal nicht gelungen.

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